Hidden Codes als Serious Game zur Radikalisierungsprävention
Erfahre im Interview mit der Bildungsstätte Anne Frank, was das Serious Game Hidden Codes ist und wie du es im Unterricht einsetzen solltest.
Erfahre im Interview mit der Bildungsstätte Anne Frank, was das Serious Game Hidden Codes ist und wie du es im Unterricht einsetzen solltest.
Bildungsstätte Anne Frank: Hidden Codes verbindet auf innovative Weise spielerische Elemente mit konkreten Lerninhalten und zählt somit zu den sogenannten Serious Games. Diese Art von Spielen verfolgt das Ziel, nicht nur Unterhaltung zu bieten, sondern auch wertvolle Bildungsinhalte zu vermitteln. Besonders während der Pandemie haben wir deutlich festgestellt, dass Radikalisierung zunehmend im Internet stattfindet. In dieser Zeit haben viele junge Menschen vermehrt digitale Räume genutzt, um sich zu informieren, zu kommunizieren und ihre Freizeit zu gestalten.
Angesichts dieser Entwicklungen ist es uns ein großes Anliegen, jungen Menschen die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit problematischen Inhalten zu vermitteln. Die digitale Welt birgt viele Herausforderungen, und es ist entscheidend, dass die Nutzer*innen in der Lage sind, kritisch zu denken und zwischen vertrauenswürdigen Informationen und potenziell schädlichen Inhalten zu unterscheiden.
Bildungsstätte Anne Frank: Die größte Herausforderung ist es, Radikalisierung in ihren Anfängen überhaupt zu bemerken. Soziale Medien, wie Instagram, Snapchat und Twitch oder Gaming Plattformen, wie Steam, werden zum Teil aktiv von extremen Gruppen zur Rekrutierung junger Menschen genutzt. Diese Gefahr ist für Außenstehende nicht immer direkt erkennbar.
„Hidden Codes sollte als pädagogische Methode gesehen werden, die natürlich nur mit einer inhaltlichen Einbettung und genügend Raum für Diskussion und Austausch mit Schüler*innen funktioniert.“
Bildungsstätte Anne Frank: Hidden Codes sollte als eine wertvolle pädagogische Methode betrachtet werden, die jedoch nur dann wirkungsvoll ist, wenn sie in einen umfassenden inhaltlichen Kontext eingebettet ist. Um die Lernziele optimal zu erreichen, ist es unerlässlich, genügend Raum für Diskussionen und den Austausch mit den Schüler*innen zu schaffen. Diese Interaktion fördert nicht nur das Verständnis der Inhalte, sondern ermöglicht es den Lernenden auch, ihre eigenen Gedanken und Perspektiven zu äußern.
Bildungsstätte Anne Frank: Spielen gehört zu den natürlichsten und grundlegendsten Tätigkeiten des Menschen. Schon in der frühen Kindheit lernen wir durch das Spiel, indem wir unsere Umwelt erkunden, soziale Interaktionen eingehen und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln. Diese spielerische Herangehensweise an das Lernen ist nicht nur intuitiv, sondern auch effektiv. Es liegt daher nahe, diesen Ansatz gezielt als pädagogische Methode einzusetzen, um Lerninhalte anschaulich und nachhaltig zu vermitteln.
Insbesondere im Kontext des Themas Radikalisierung im Netz ist es entscheidend, dass die Methode praxisbezogen und interaktiv gestaltet ist. Die Komplexität und Sensibilität dieses Themas erfordert einen Zugang, der es den Schüler*innen ermöglicht, sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Wenn sie in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit haben, verschiedene Szenarien zu durchspielen und eigene Erfahrungen zu sammeln, können sie das Thema viel besser verstehen.